VilliMobil wird aufgelöst - totaler Räumungsverkauf...


FR 19.11. / 16 - 19 Uhr Lager Hengeloer Str. 4, Gildehaus
SA 20.11. / 13 - 16 Uhr Lager Gildehaus

Danke an alle, die da waren!


 Warenausverkauf Mo. - Do. am Lager in Gildehaus nach
Absprache unter 0176-5480 8606

Wir bitten um euer Verständnis. 


Regionale Zutaten. Ohne viel drumherum. 

Für mich bedeutet Regionalität, nur beste Zutaten zu verwenden, die aus meiner Region stammen und so wenig als möglich Umverpackung mitbringen. Verschiedene Geschmacksrichtungen auszuprobieren und  gemeinsam mit der Familie oder Freunden zu essen, ist für mich ein Genuß. Ich bemühe mich,  meine Waren von lokalen Bauern und Produzenten zu beziehen. Unverpackte Lebensmittel aus meiner Heimat, man schmeckt den Unterschied - du auch?

Wie es zum Aus kam:

Da doch wesentlich mehr lesen, als die Infos direkt am Fahrzeug zu erfahren, möchte ich euch Folgendes mitteilen:


Das Fahrzeug fuhr finanziell gegen die Wand. Bis April/Mai konnte ein kleiner Kundenstamm aufgebaut werden und die Zahlen sahen in Ordnung aus. Bis Pfingsten. Da riss der Kundenzulauf auf dem gesamten Markt für zwei bis drei Wochen komplett ab. Es waren die Lockerungen. Alle waren froh, ihre "Freiheit" wieder zurück zu haben. Gleich danach kam das Sommerloch und die Urlaubszeit. Während dieser Zeit ist es immer ruhiger, sagen die Kollegen. Naja, die alteingesessenen Marktbeschicker können so eine Phase überbrücken, ein junges Startup hat aber noch keine Rücklagen. Der eine oder andere verließ auch sein homeoffice wieder, weshalb ein Marktbesuch nicht mehr drin war.

Über den Sommer habe ich zig E-Mails geschrieben: An Firmen, Kirchengemeinden, Stadt- und Landkreisverwaltung, Schulen, usw., um das Fahrzeug zu präsentieren. Die Resonanz war gering. Vielen Dank umso mehr an dieser Stelle  an die Grafschafter Volksbank und an die Fa. List AG, Nordhorn. Sie haben mich eingeladen, um es ihren Mitarbeitern einmal die Woche zu ermöglichen, plastikfrei einzukaufen. Sie stellten mir einen Standplatz zur Verfügung, um unverpacktes Einkaufen auch Ihren Kunden und Passanten zu ermöglichen. Auch vom Mehrgenerationenhaus wurde ich eingeladen, wo ich ein paar Wochen auf einige Interessierte Menschen getroffen bin.

Leider reichten meine finanziellen Mittel nicht, diese Sommerloch- und Neutourenentdeckungsphase auszugleichen. Interesse allein bringt keinen Umsatz. Mitte Oktober bin ich nun auf den harten Boden der Tatsachen aufgeprallt. Ich wollte gerade die Waren für die Advents- und Vorweihnachtszeit bestellen: Nüsse, Schokolade, Trockenfrüchte; daneben noch die laufenden Waren wie Reis und Nudeln. Doch dann: "Rien ne pas plus" - nichts geht mehr! Das war es. Kein Geld, keine Waren.

Nach vielen guten Kollegen Gesprächen, Überlegungen mit Unverpackt-Ladnern, Finanzaufstellungen mit Unternehmensberatern, schlaflosen Nächten voller Ideen und Zerwürfnissen stand als Fazit fest, dass die laufenden Kosten die Einnahmen um ein Vielfaches übersteigen. Selbst finanzielle Notgroschen wären nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn der Kundenzulauf fehlt.

Vielen meiner Unverpacktkollegen geht es ähnlich oder gleich, sie haben mit dem Kundenrückgang zu kämpfen. Kleine Erörterung, woran es liegen könnte:

Obwohl es in jedem Unverpacktladen immer Gefäße, Kaufgläser, Pfandbeutel oder Tütchen gibt, meinen viele Neukunden, dass sie nur einkaufen können, wenn sie eigene Behälter dabei haben. Haben sie nichts dabei, kaufen sie auch nichts.
Corona hat uns erhebliche Auflagen gemacht: Tu dies, mach das, halte Abstand, achte auf Hygiene und und und. Zum einen haben einige Menschen Angst, eigene Gefäße zu bringen aus hygienischen Aspekten. Wobei vom RKI zu keiner Zeit eine diesbezgl. Warnung ausgesprochen wurde, diese Vorsichtsmaßnahme wurde allein von den Behörden initiiert.
Zum anderen, sind die Kunden geflasht von den allmächtigen Maßregelungen und den Dos and Dontˋs. Plötzlich kommen so Nachhaltigkeits-Freaks und sagen, dass man auch noch selbst Behälter mitschleppen soll. Darauf haben aktuell die wenigsten Lust.

Über Jahrzehnte wurden wir von der Lebensmittelindustrie immer noch mehr verwöhnt, was das kofortable Einkaufen anbelangt. Einmal hin, alles drin. Ein Griff zur Tüte, zu Hause aufreißen, rein in den Topf, fertig. Ja, tatsächlich sind die Kunden beim plastikfreien Einkaufen wesentlich mehr gefordert. Man sollte sich tatsächlich etwas auf den Einkauf vorbereiten: "Was möchte ich kochen, welche Zutaten brauche ich, in welches Glas packe ich das?" Ich für meinen Teil schnappe mir einfach ein paar Stoffbeutel, die ich in der Tasche versenke, vielleicht noch ein paar Dosen und los geht´s. Zu Hause packe ich das dann ins geeignete Glas. Die leeren Stoffbeutel kommen sofort wieder in die Tasche fürs nächste Mal.

Aber genau darin liegt ja der Sinn des Unverpackten Einkaufens: Wir machen uns bewusst, was wir kaufen, was wir essen, woher die Waren stammen und wen wir mit unserem Einkauf unterstützen. Genauso sind wir uns bewusst, dadurch unsere Erde zu schützen.

Lange Rede, kurzer Sinn. VilliMOBIL wird es künftig nicht mehr geben, weil es finanziell nicht gehalten werden kann. Diesen Schritt bedauere ich sehr, da es jetzt eigentlich erst losgegangen wäre. Die letzten Ausverkaufmärkte waren sehr gut. Die regelmäßige Kundschaft bedauert den Wegfall und mir tut es sehr leid für diejenigen, die diese Tage tatsächlich mit großem Interesse zum ersten Mal vor dem Unverpacktwagen standen.

Das VilliMobil hat in der Grafschaft einen Stein ins Rollen gebracht. Auch wenn das Fahrzeug wegfällt, ich selbst brenne nach wie vor für "Unverpackt" und werde meinen Weg finden, dieses wichtige Thema nach außen zu transportieren. Halten Sie Augen und Ohren auf, wir sehen uns wieder.

Wochenmarkt - on Tour - Feste Standorte

Nicht verpassen! Bequem bestellen und nur noch abholen.

Anhand der Produktliste kannst du deine Gefäße auswählen.

VilliMobil

- Dorfladen mit unverpackten Waren auf Rädern - 

 

Das VilliMobil ist ein Verkaufsfahrzeug, das regionale Produkte und unverpackte Lebensmittel im Raum Grafschaft Bentheim bis fast vor die Haustüre bringt. UNVERPACKT heißt, ohne unnötige Plastikumverpackung. Jeder kann seine Gefäße selbst mitbringen,  die Produkte werden abgewogen und in deinen Behälter gefüllt.

Der Name meines Unternehmens wurde abgeleitet aus dem englischen
 "village" = Dorf 
und den unverpackten, regionalen Waren, die ich euch ohne viel drumherum in eure Behälter fülle = "fill".  
Daraus entstand das VilliMobil [filli mobil].  Es ist praktisch ein Dorfladen auf Rädern.

Man kann auch sagen: 

"Ich fülle dir deine Heimat ins Glas!"


Für mich ist Region der Bereich, im dem ich mich für gewöhnlich aufhalte, im dem ich wohne und lebe. Es ist der Bereich, in dem ich meine Termine wahrnehme, in dem die Kinder zu Schule gehen; dort wo ich meine Familie ernähre, wo ich einkaufen gehe. Es ist dort, wo ich mich täglich mit Land und Leuten verbunden fühle. Bei mir ist das die Region Obergrafschaft im Landkreis Grafschaft Bentheim. 

Wir leben hier ländlich und die einzelnen Flecken sind weit überland verstreut. Den Leuten auf dem Dorf ist es oftmals erschwert, in die Stadt zu kommen. Noch schwerer kommen, vor allem ältere Menschen in die nächst größere Stadt, um dort einen Unverpackt-Laden zu besuchen. Wer das Auto stehen lassen möchte,  hat also nicht immer die Möglichkeit, die Waren des örtlichen Bäckers oder Fleischers zu kaufen, weil er nur den Supermarkt um die Ecke und der darin integrierten Großbäckereifiliale vor Ort hat. Deshalb möchte ich ihnen mit dem VilliMobil die  einheimischen, regionalen Waren mit wenig Umverpackung bis fast vor die Haustüre bringen. Dadurch erhalten auch die Menschen in ländlicher Gegend die Möglichkeit, sich noch aktiver am Umweltschutz und dem Erhalt unserer Natur zu beteiligen. Gleichzeitig und als Belohnung dafür erhalten sie erstklassige Ware aus ihrer Heimat.

                               „Unverpackt und bio – kann sich ja niemand leisten!“

„Ach, dieses Biozeug ist doch viel zu teuer!“

„Ich würde ja gerne was tun, aber dafür reicht mein Budget nicht aus“

 

Solche Sätze und die dazu gehörenden Blicke gehen an den Kleinunternehmern von Unverpackt-Läden nicht vorbei. Auch ein unterdrücktes Lachen hinter vorgehaltener Hand „Was soll denn das wieder? Unverpackt?“ müssen VerkäuferInnen über sich ergehen lassen. Aber was ist dran, an diesen Vorurteilen? Sind Unverpackt-Läden wirklich teurer als herkömmliches Einkaufen im Supermarkt?
 

Meiner Meinung nach, wird mit solchen unüberlegten Aussprüchen, vorschnell mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Natürlich kann ich hier nur meine eigene Meinung kundtun. Ein Stöbern im Internet, Austausch mit anderen KollegInnen,  die Foren des Verbandes stärken mir jedoch den Rücken, wenn ich behaupte: Unverpackt-Läden sind, je nach Blickwinkel, überhaupt nicht teurer. 

 

Es kommt also darauf an, aus welcher Perspektive man das Ganze Preis-Leistungs-Verhältnis ansieht: Beim losen Einkauf geht es ja nicht nur darum, die Plastikverpackung weg zu lassen. Natürlich ist dies ein wesentlicher Grund unverpackt in einem solchen Geschäft einzukaufen. In der Plastikverpackung stecken sehr viele Schadstoffe, die, je länger das Lebensmittel darin eingepackt ist, ins Produkt einziehen. Diese Schadstoffe sind gesundheitsschädlich und genverändernd für alle Organismen. 

 

Des Weiteren ist man aber bei verpackter Ware immer an die Packungseinheit gebunden. Den Großkonzernen ist es nämlich relativ egal, ob Oma Meier oder Silke Single zum Einkaufen kommt. Gekauft wird, was in der Tüte steckt! Ob zu Hause die Hälfte der Packung im Müll landet, ist dem Großhändler ziemlich Wurscht. Er holt sich schnelle Waren aus Asien oder Übersee, es wird täglich massenhaft importiert, was irgendwo, irgendwie annähernd mit viel Chemie schmackhaft gemacht wurde. Wie, also unter welchen Bedingungen, die Lebensmittel dort in die Hülle kommen, danach fragt lieber keiner, denn die Antwort verdirbt mit Sicherheit jedem den Appetit. 

Unterm Strich kann also gesagt werden, unverpackt Einkaufen ist ein bewussteres Einkaufen. Ich nehme nur soviel mit, wie ich auch brauche und somit ver-brauche. Dafür bezahlt der Kunde auch nur die Menge, die er mitnimmt. Andererseits erhält er eine wesentlich bessere Qualität als eben im Supermarkt. D.h. auch geschmacklich hat der Kunde einen erheblichen Mehrwert, wenn er lose einkauft. Gleichzeitig drückt er seine Wertschätzung für die Arbeit des Erzeugers durch den Kauf regionaler Waren aus und setzt sich für den Erhalt unserer einheimischen (Landwirtschafts-)Betriebe ein, die dadurch existieren bleiben.

 

frisches Brot, Brote

Arbeite mit mir

Dir gefällt meine Idee?  Kreative Köpfe zum Mitdenken und fleißige Hände zur Umsetzung der vielen praktischen Ideen sind jederzeit herzlich eingeladen, sich vorzustellen. Du würdest auch gerne unverpackte Waren verkaufen und bist auf der Suche nach jemandem mit Erfahrung und den richtigen Fähigkeiten? Dann arbeite mit mir. Zusammen sind wir stärker und finden perfekte Lösungen.
Wir sind an zielführenden Kooperationen interessiert.
Kontaktiere mich gerne!

Logo Unverpackt Verband e.V.

VilliMobil ist Mitglied im Unverpackt e.V. - dem Verband für Unverpackt-Läden in Deutschland. 


Werte und Ziele  Zweck des Vereins ist ...
... die ideellen, rechtlichen, wirtschaftlichen, arbeitsmarkt- sowie sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und zu fördern, wozu auch die Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs gehört;
... ein konstruktives, faires und gemeinwohlorientiertes Wirtschaften zu fördern;
... die Zero Waste-Philosophie und die Fachhandelskompetenz seiner Mitglieder zu fördern;
... die Förderung der Forschung, die zu nachhaltigen Verpackungs- und Logistiksystemen führt;
... Umweltprobleme bewusst zu machen, Erzeugern*innen, Händlern*innen und Verbrauchern*innen Müll vermeidende und Ressourcen schonende Wege des Konsumierens und Wirtschaftens aufzuzeigen und vorzuleben;
... den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen aktiv zu fördern.


Unverpackt Vision 2025

(https://unverpackt-verband.de/vision/packaging)
1. Auf Einweg-Verkaufsverpackungen aus Kunststoff sowie unnötige
Verpackungen wird vollständig verzichtet1.
2. Modelle der Wiederverwendung von Verpackungen ersetzen Einweg-
Verpackungen immer dann, wenn die Wiederverwendung2 ökologisch
vorteilhafter ist.
3. Sämtliche Verpackungen sind zu 100 % wiederverwendbar, recycelbar oder
kompostierbar.
4. Auf Verpackungen (Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackungen) aus fossilen
Primärrohstoffen wird vollständig verzichtet.
5. Alle Verpackungen sind frei von gefährlichen3 Chemikalien.
6. Die Gesundheit, Sicherheit und Rechte aller beteiligten Menschen werden
respektiert.
7. Es werden keine Verpackungen eingesetzt, deren Rohstoffe zur Entwaldung
beitragen, die biologische Vielfalt gefährden, gentechnisch verändert wurden
oder die Nutzung von Agrarflächen für Nahrungsmittel beeinträchtigen.

1 Kunststoff ist nicht per se problematisch, soweit dieser alle anderen Anforderungen dieser Vision erfüllt. Problematisch ist sein Eintrag in die Umwelt. Durch den Verzicht auf Einweg-Verkaufsverpackungen aus Kunststoff wird die Wahrscheinlichkeit des Eintrags deutlich reduziert. 2 als Verpackungsprodukt und nicht als Material 
3 Gefährlich sind alle Stoffe, deren Abfallschlüsselnummer in der Abfallverzeichnis-Verordnung mit Stern versehen sind.